Inhaltsverzeichnis:
- Omer Meir Wellber eröffnet die Saison
- Stephen Hough zwischen Beethoven und eigener Komposition
- Anton Bruckners Siebte in voller Besetzung
- Weitere Konzerte mit Aziza Sadikova und Holly Hyun Choe
Omer Meir Wellber eröffnet die Saison
Das Debüt von Omer Meir Wellber in Hamburg fand am Montag mit dem Philharmonischen Staatsorchester statt. Er stellte dabei auch das neue Prinzip des „Zeitspiels“ vor. Dieses sieht vor, dass jeweils ein Satz eines klassischen Werkes durch einen zeitgenössischen Komponisten neu gestaltet wird. Beim Auftakt übernahm der britische Pianist und Komponist Stephen Hough diese Aufgabe.
Das Werk „Cong ran espressione“ von Hough ersetzte den zweiten Satz des dritten Klavierkonzerts von Ludwig van Beethoven. Grundlage blieb die Harmoniefolge des „Largo“, während Rhythmik und Melodie neu komponiert wurden.
Stephen Hough zwischen Beethoven und eigener Komposition
Hough trat nicht nur als Komponist, sondern auch als Solist auf. Er spielte die beiden Allegro-Sätze von Beethovens Konzert original und fügte dazwischen seine eigene Komposition ein. Sein Werk zeigte sich bitonal und brachte einen Klang, der an Claude Debussy erinnerte.
Wellber führte das rund 40-köpfige Orchester präzise und überließ Hough die Bühne. Die Zusammenarbeit brachte einen spannungsvollen Abend, den das Publikum begeistert aufnahm.
Anton Bruckners Siebte in voller Besetzung
Nach der Pause wechselte das Bild. Das Orchester trat in doppelter Stärke auf und präsentierte die 7. Sinfonie E-Dur von Anton Bruckner. Dieses Werk, dem „Märchenkönig“ Ludwig II. gewidmet, markierte Bruckners internationalen Durchbruch.
Die Aufführung unter Wellbers Leitung war energiegeladen. Die Einflüsse von Richard Wagner, der während der Arbeit an der Sinfonie verstarb, waren unverkennbar. Wellber setzte dabei eigene Akzente, die den Klangkörper prägnant formten.
Weitere Konzerte mit Aziza Sadikova und Holly Hyun Choe
Die Reihe „Zeitspiel“ setzt sich in den kommenden Monaten fort. Beim zweiten Konzert am 26. und 27. Oktober wird die Komponistin Aziza Sadikova zwei Sätze aus Pjotr Tschaikowskys 4. Sinfonie f-Moll neu schreiben. Das Konzert wird von Dirigentin Holly Hyun Choe geleitet. Auf dem Programm stehen außerdem:
- Die Ouvertüre aus „Fürst Igor“ von Alexander Borodin
- Zwei Werke von Maurice Ravel
Wellber wird sein nächstes Hamburger Debüt am 27. September an der Staatsoper geben. Dort dirigiert er die erste Premiere des neuen Opernintendanten Tobias Kratzer: „Das Paradies und die Peri“.
Die Philharmoniker sind damit in eine Saison gestartet, die sowohl Tradition als auch Innovation vereint.
Quelle: WELT, YouTube,Elbphilharmonie Hamburg, www.extratimeout.com/de