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Inhaltsverzeichnis
- Lotfi Abdalla Ali und der Ramadan
- Sina Bomm und Social Media Verzicht
- Christian Lenz und das Kollegium
- Nadia Tabibzada und das Iftar
Lotfi Abdalla Ali und der Ramadan
Der 16-jährige Lotfi Abdalla Ali beschreibt den Ramadan als den besten Monat des Jahres. Für ihn geht es nicht nur um den Verzicht auf Essen und Trinken zwischen Sonnenauf- und -untergang. Er betont, dass im Ramadan auch die Zunge fastet und nur Gutes gesprochen werden soll.
Abends trifft sich seine Familie zum Iftar, dem Fastenbrechen. Diese Zusammenkünfte strukturieren den Tag. Für ihn bedeutet der Monat Ruhe und Frieden. Er achtet stärker auf Mitmenschen. Das gehört für ihn fest dazu.
In der großen Pause zeigt sich die Veränderung deutlich. Vor dem Schulkiosk gibt es während des Ramadan kaum Warteschlangen. Normalerweise ist es dort voll. Jetzt bleibt es oft ruhig. Die genaue Zahl der Fastenden ist nicht erfasst, da Religionsangaben freiwillig sind. Doch die leeren Reihen vor dem Kiosk gelten als sichtbarer Hinweis. Das Thema Mehrsprachigkeit spielt an vielen Schulen eine Rolle, mehr hier.
Sina Bomm und Social Media Verzicht
Sina Bomm ist 17 Jahre alt. Ihre Eltern haben sie christlich und muslimisch geprägt. Sie selbst fastet nicht. Stattdessen reduziert sie ihren Social-Media-Konsum bis Ostern. TikTok hat sie vollständig gelöscht.
Sie achtet darauf, vor fastenden Mitschülern nicht zu essen oder zu trinken. Für sie ist der Ramadan fester Bestandteil des Schulalltags. Der muslimische Fastenmonat endet in diesem Jahr am 20. März mit dem Fest Eid al-Fitr.
Eine besondere Herausforderung bleibt Social Media. Nadia Tabibzada berichtet, dass Ablenkung durch Plattformen nicht dem Sinn des Ramadan entspricht. Auch Eren Calkin stößt beim Scrollen auf Bilder von Muffins, Schokolade oder Lieblingsgerichten. Das erschwert den Verzicht. Beide betonen jedoch den Gedanken von Empathie und innerer Disziplin.
Christian Lenz und das Kollegium
Schulleiter Christian Lenz erklärt, dass das Kollegium sensibilisiert ist. Es gibt jedoch keine Anpassung des Unterrichts und keine Verschiebung von Klausuren. Der Bildungsauftrag bleibe bestehen.
Der Ramadan richtet sich nach dem islamischen Mondkalender. Fällt er in die Sommermonate, verlängern Hitze und lange Tage die Fastenzeit. Lenz erinnert an Bundesjugendspiele, bei denen einzelne Schüler umgekippt sind. Veranstaltungen würden nicht verschoben, dennoch behalte man alle im Blick.
Für den interreligiösen Austausch plant die Schule ein gemeinsames Fastenbrechen nach Sonnenuntergang. Eingeladen sind:
- eine Pastorin
- ein Islamwissenschaftler
- Schülerinnen und Schüler
- Eltern
Impulse für Bildungsthemen liefert auch der Bericht Hamburg im Bildungsmonitor.
Nadia Tabibzada und das Iftar
Für die 17-jährige Nadia Tabibzada steht Gemeinschaft im Mittelpunkt. Ihr Tagesablauf beginnt um 5.20 Uhr mit dem Frühstück vor Sonnenaufgang. Abends feiert sie mit ihrer Familie Iftar. Traditionell brechen sie das Fasten mit einer Dattel. Danach essen sie gemeinsam und besuchen das Tarawih-Gebet in der Moschee.
Zentrale Elemente ihres Ramadan sind:
- Neuer Tagesrhythmus
- Gemeinsames Fastenbrechen
- Teilnahme am Tarawih-Gebet
- Bewusster Verzicht auch auf digitale Medien
Negative Erfahrungen oder Vorurteile berichten die Schülerinnen und Schüler nicht. Eine Frage hören sie jedoch häufig. Trinkst du echt den ganzen Tag nichts.
Weitere Informationen zum Ramadan bietet die Bundeszentrale für politische Bildung unter https://www.bpb.de/themen/islamismus/dossier-islamismus/36396/ramadan/.
Karte: Google Maps / Standort des Kurt-Körber-Gymnasiums
FAQ
Wann beginnt der Ramadan und die christliche Fastenzeit?
Beide beginnen am Aschermittwoch. In diesem Jahr fallen der Beginn der christlichen Fastenzeit und der muslimische Ramadan auf denselben Zeitraum.
Wie viele Schülerinnen und Schüler besuchen das Kurt-Körber-Gymnasium?
Rund 600 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule. Etwa 50 Prozent von ihnen sind muslimischen Glaubens.
Wird der Unterricht während des Ramadan angepasst?
Nein. Laut Schulleiter Christian Lenz gibt es keine Anpassung des Unterrichts und keine Verschiebung von Klausuren.
Wann endet der Ramadan in diesem Jahr?
Der Fastenmonat endet am 20. März mit dem Fest Eid al-Fitr.
Welche religiösen Praktiken gehören für die Schülerinnen und Schüler dazu?
Dazu zählen das Fasten zwischen Sonnenauf- und -untergang, das gemeinsame Iftar am Abend, das Brechen des Fastens mit einer Dattel sowie das Tarawih-Gebet in der Moschee.
Quelle: TAGESSCHAU, SN2 WORLD