Inhaltsverzeichnis:
- Studie der Universität Hamburg und des Leibniz-Instituts
- Ursachen laut Jesse Theilen
- NABU und die Folgen für Vögel
- Hafenverwaltung und Wirtschaftsbehörde betonen Bedeutung
- Forderung von Katharina Fegebank
Studie der Universität Hamburg und des Leibniz-Instituts
Ein Team des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels und der Universität Hamburg wertete die Daten aus. Während sich die Elbe seit den 1980er-Jahren erholte, kam es ab 2010 zu einem drastischen Einbruch der Bestände. Betroffen sind Arten wie Stint, Flunder, Kaulbarsch und Finte.
- Zeitraum: seit 2010
- Rückgang: 90 Prozent
- Messpunkte: 5 Stationen
- Strecke: 80 Kilometer
Ursachen laut Jesse Theilen
Studienautor Jesse Theilen nennt mehrere Gründe für den Zusammenbruch. Durch das ständige Ausbaggern gelangt Schlick in die Flachwasserzonen, die für Jungfische überlebenswichtig sind. Nahrungssuche wird dadurch erheblich erschwert. Zudem verändern sich weitere Umweltfaktoren:
- Geringere Niederschläge lassen die Elbe salziger werden.
- Nordseewasser strömt schneller in den Fluss.
- Im Sommer entstehen Sauerstofflöcher, die für Fische lebensbedrohlich sind.
NABU und die Folgen für Vögel
Der Naturschutzbund (NABU) Hamburg sieht sich in seiner Kritik bestätigt. Vorsitzender Malte Siegert erklärte, dass Umweltschutzorganisationen seit Jahren vor den Folgen der Elbvertiefung gewarnt haben. Ohne Fische als Nahrungsquelle sind auch viele Vogelarten gefährdet. Damit droht langfristig ein Zusammenbruch ganzer Populationen. Siegert betonte, dass das gesamte Ökosystem unter Druck steht.
Hafenverwaltung und Wirtschaftsbehörde betonen Bedeutung
Die Hamburg Port Authority (HPA) verweist auf Ausgleichsmaßnahmen. Laut ihrer Darstellung seien die Baggermengen reduziert und ökologische Eingriffe kompensiert worden. Die Wirtschaftsbehörde betont zusätzlich die Bedeutung einer tiefen Fahrrinne. Ohne Ausbaggerungen verliere Hamburg Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze.
Hervorgehoben wurden Projekte wie:
- Fertigstellung des Flachwassergebiets Kreetsand mit 30 Hektar Lebensraum (2023)
- Unterbrechung der Baggerarbeiten bei Sauerstoffmangel
- Kombination von ökologischen und strombaulichen Maßnahmen
Forderung von Katharina Fegebank
Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sprach von einer „bitteren Entwicklung“. Sie fordert neue Flachwasserzonen, um die Lebensräume der Fische zu sichern. Zudem sollen die Nordländer beim Umgang mit Sedimenten enger zusammenarbeiten.
Die Zahlen der Studie zeigen eindrücklich, wie stark menschliche Eingriffe den Lebensraum in der Elbe verändern. Damit steht nicht nur die Fischfauna, sondern auch die gesamte Biodiversität in der Region unter Druck.
Quelle: NDR