- Fehlende Schutzstreifen und enge Wege erhöhen das Risiko für Unfälle.
- Viele Abschnitte wurden trotz früherer Versprechen nicht verbessert.
- Der ADFC fordert vom Senat ein durchdachtes Radverkehrskonzept.
Inhaltsverzeichnis:
- Dirk Lau und die Situation am Hauptbahnhof
- Palmaille in Altona bleibt Problemzone
- Buxtehuder Straße in Harburg mit Dooring-Gefahr
- Poppenbütteler Weg in Wandsbek – ein „Handtuchradweg“
- Fischbeker Reeder in Hausbruch – fehlendes Konzept
Dirk Lau und die Situation am Hauptbahnhof
Am Hamburger Hauptbahnhof treffen täglich Tausende Menschen aufeinander. Für Radfahrer ist die Lage besonders schwierig. Auf der Rückseite, an der Kirchenallee, fehlt jegliche Infrastruktur. Dort kreuzen Busse, Taxis und Autos, während Radfahrer keinen eigenen Schutzstreifen haben. Der ADFC bezeichnet die Situation als „unbefriedigend“.
Auf der gegenüberliegenden Seite, am Steintorwall, existieren neue Radwege. Doch diese verlaufen mitten auf dem Gehweg. Fußgänger und Radfahrer teilen sich dort denselben Raum. Das führt regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Wer dort fährt, muss ständig ausweichen. Der Abschnitt gilt als einer der unübersichtlichsten in der Innenstadt. Mehr Informationen zur Verkehrslage in der Hansestadt finden Sie hier.
Palmaille in Altona bleibt Problemzone
Die Palmaille in Altona ist seit Jahren Teil der sogenannten „Flopliste“. Schon 2019 hatte die Bezirksversammlung Besserung versprochen. Passiert ist nichts. Radfahrer sind gezwungen, direkt auf der Fahrbahn zu fahren. Besonders gefährlich sind Situationen, wenn Autofahrer beim Aussteigen die Türen plötzlich öffnen. Diese Gefahr, bekannt als „Dooring“, gehört zu den häufigsten Unfallursachen.
Die Strecke verläuft entlang stark befahrener Straßen. Ein sicherer Radstreifen fehlt bis heute. Auch im Bereich Altonaer Balkon wurde bislang keine Lösung umgesetzt. Trotz politischer Zusagen bleibt die Situation für Radfahrer unverändert.
Buxtehuder Straße in Harburg mit Dooring-Gefahr
Die Buxtehuder Straße im Bezirk Harburg zeigt ein weiteres Problem. Zwar gibt es dort einen Radweg, dieser führt jedoch direkt an parkenden Autos vorbei. Laut ADFC ist das Risiko eines Unfalls durch aufspringende Autotüren hier besonders hoch. Radfahrer sollen laut Gesetz mindestens 1,50 Meter Abstand halten – was in der Praxis kaum möglich ist.
Wer diesen Abstand wahrt, fährt bereits auf dem Gehweg. Das wiederum gefährdet Fußgänger. Diese Zwickmühle verdeutlicht das strukturelle Problem in Hamburgs Verkehrsplanung. Auch in anderen Stadtteilen, wie im Bereich der S-Bahn Harburg, zeigt sich eine ähnliche Lage.
Poppenbütteler Weg in Wandsbek – ein „Handtuchradweg“
Der Poppenbütteler Weg in Wandsbek ist laut ADFC kaum befahrbar. Die Spur sei so schmal, dass sie „kaum breiter als ein Handtuch“ ist. Zudem ist der Belag marode und voller Risse. Direkt daneben liegt eine breite Straße, die genug Platz für eine sichere Spur bieten würde. Dennoch wird dort weiterhin vorrangig für den Autoverkehr geplant.
Der ADFC sieht darin ein Beispiel für die unausgewogene Verkehrspolitik des Senats. Der Zustand sei symptomatisch für die Prioritätensetzung der Stadt. Statt Flächen für Fahrräder zu schaffen, bleibe der Fokus auf Pkw-Verkehr.
Fischbeker Reeder in Hausbruch – fehlendes Konzept
Im Neubaugebiet Fischbeker Reeder gibt es nur eine enge Unterführung am S-Bahnhof Fischbek. Sie gilt als schmutzig, dunkel und zu klein. Ein alternativer Weg fehlt. Der ADFC kritisiert, dass Hamburg beim Ausbau des Wohngebiets keine ausreichende Radverkehrsplanung vorgenommen hat.
Während Pkw-Ströme im Voraus untersucht wurden, blieb der Radverkehr außen vor. Der Verband fordert nun eine Überarbeitung der Planungen, damit auch Radfahrer sicher unterwegs sind. Ein Beispiel für moderne Stadtentwicklung und Verkehrsplanung bietet die Initiative zur Klimaneutralität Hamburgs.
Der ADFC fordert klare Konsequenzen aus der Analyse. Hamburg müsse sich stärker für eine durchdachte und sichere Infrastruktur einsetzen. Nur so könne die Stadt ihrem Ziel, fahrradfreundlicher zu werden, näherkommen.
Quelle: HAMBURG T-ONLINE, WEBRIVAIG