Dienstag, 23 September 2025 19:24

Männer ertrinken in Hamburg deutlich häufiger

Gefährliche Strömung in der Elbe bleibt ein hohes Risiko Gefährliche Strömung in der Elbe bleibt ein hohes Risiko Pixabay/Foto illustrativ

In Hamburg sind im Jahr 2025 mehr Menschen ertrunken als im Vorjahreszeitraum. Zwischen Januar und dem 15. September kamen 14 Menschen ums Leben, 2024 waren es 12. Auffällig ist der hohe Anteil männlicher Opfer. Bundesweit zeigt sich ein anderer Trend: 321 Menschen starben in Deutschland beim Baden, 33 weniger als 2024.

Inhaltsverzeichnis:

Gefährliche elbe mit starker Strömung

10 der 14 Badetoten in Hamburg verloren ihr Leben in Flüssen, 4 in Seen. Besonders gefährlich ist die Elbe. Experten führen dies auf die starke Strömung und unsichtbare Gefahren zurück. Bei Hochwasser erreicht die Fließgeschwindigkeit bis zu 7 Kilometer pro Stunde. Hinzu kommen steile Kanten in unmittelbarer Ufernähe.

Die Sommermonate Juni, Juli und August verzeichneten die meisten tödlichen Unfälle. Im August allein ertranken 5 Menschen. In den Monaten Juni und Juli starben jeweils 2 Personen. Die restlichen Fälle verteilten sich über das Jahr.

Männer unterschätzen ihre Kräfte

Nach Angaben von DLRG-Präsidentin Ute Vogt sind Männer besonders gefährdet. 10 der 14 Todesopfer in Hamburg waren männlich. Gründe sind Fehleinschätzungen der eigenen Fitness, riskantes Verhalten sowie Alkoholkonsum beim Schwimmen. Dieses Muster zeigt sich in allen Altersgruppen.

Altersgruppen von jugendlichen bis hochbetagten

Die Altersstruktur der Opfer ist breit gefächert.

  • Das jüngste Opfer war ein 13-Jähriger im Stadtparksee.
  • Die älteste war eine 88-jährige Frau, die im Februar in die Elbe stürzte.
  • 3 Opfer gehörten der Altersgruppe 51 bis 60 Jahre an.
  • 2 Opfer waren über 81 Jahre alt.
  • Bei 5 Menschen blieb das Alter unbekannt.

Damit bilden ältere Erwachsene und Jugendliche die Hauptgruppen unter den Betroffenen.

Tragische einzelfälle in august und september

Mehrere Einzelfälle zeigen die Dramatik:

  1. Am 6. August wurde ein 13-Jähriger im Stadtparksee tot geborgen.
  2. Am 31. August starben innerhalb von 77 Minuten drei Menschen:
    • eine 57-Jährige in der Alster,
    • ein 40-Jähriger in der Elbe bei Blankenese,
    • ein 46-Jähriger im See Hinterm Horn in Allermöhe, der bis heute vermisst wird.

Im September folgten weitere Fälle: Am 3. September ertrank ein Mann in der Außenalster, am 4. September wurde eine Leiche am Falkensteiner Ufer entdeckt.

Die DLRG Hamburg warnt daher eindringlich vor den Gefahren offener Gewässer.

Quelle: WELT, www.fox360.net/de