Dienstag, 22 Juli 2025 12:56

Pflegekosten steigen

Eigenanteile in Pflegeheimen steigen deutlich. Eigenanteile in Pflegeheimen steigen deutlich. Foto: Redaktion

Immer mehr Menschen in Deutschland sind auf einen Platz im Pflegeheim angewiesen. Doch die finanzielle Belastung steigt weiter. Besonders im Norden der Republik müssen Pflegebedürftige heute erheblich mehr Eigenanteil leisten als noch vor einem Jahr.

Inhaltsverzeichnis:

Hamburg mit höchster Belastung im Norden

Hamburg verzeichnet den stärksten Anstieg bei den Eigenanteilen. Wer dort seit dem 1. Juli 2025 im Heim lebt, zahlt im ersten Jahr durchschnittlich 3.179 Euro pro Monat aus eigener Tasche. Im Juli 2024 lag dieser Betrag noch bei 2.857 Euro – ein Plus von 322 Euro.

Auch im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt von 3.108 Euro liegt Hamburg damit deutlich darüber. Dieser Sprung belastet Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zusätzlich, da nur ein Teil der Pflegekosten von der Pflegeversicherung übernommen wird.

Nutzung eines Pflegeheims
Pflege älterer Menschen, Foto: pixabay

Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern unter Durchschnitt

In Niedersachsen beträgt der monatliche Eigenanteil aktuell 2.785 Euro. Das sind 257 Euro mehr als noch im Juli 2024. Etwas günstiger ist es in Schleswig-Holstein, wo Pflegebedürftige derzeit 2.912 Euro zahlen – ein Anstieg um 265 Euro.

Mecklenburg-Vorpommern bleibt mit 2.752 Euro am günstigsten im Norden. Auch hier stiegen die Kosten binnen eines Jahres um 280 Euro. Trotz regionaler Unterschiede zeigt sich ein einheitlicher Trend: Die Eigenbeteiligung wächst in allen norddeutschen Ländern kontinuierlich.

Vergleich mit anderen Bundesländern

Die höchsten Eigenanteile im Juli 2025 meldet Bremen mit durchschnittlich 3.449 Euro pro Monat. Am günstigsten bleibt Sachsen-Anhalt mit nur 2.595 Euro. Damit liegt zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland eine Differenz von 854 Euro.

Die Höhe des Eigenanteils hängt unter anderem von der Aufenthaltsdauer ab. Wer länger im Heim lebt, profitiert von Entlastungszuschlägen:

  1. Im 1. Jahr: 15 % Entlastung
  2. Im 2. Jahr: 30 %
  3. Im 3. Jahr: 50 %
  4. Ab dem 4. Jahr: 75 %

Übersicht der Kostenentwicklung in Norddeutschland

Die folgende Tabelle zeigt die monatlichen Eigenbeteiligungen (in Euro) im ersten Jahr im Heim je Bundesland, mit Stand Juli 2024, Januar 2025 und Juli 2025:

BundeslandJuli 2024Januar 2025Juli 2025
Schleswig-Holstein 2.647 2.778 2.912
Hamburg 2.857 2.942 3.179
Niedersachsen 2.528 2.639 2.785
Mecklenburg-Vorpommern 2.472 2.657 2.752
Bundesdurchschnitt 2.871 2.984 3.108

Alle Werte beinhalten Pflege- und Betreuungskosten sowie Ausgaben für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen.

Kosten steigen – Entlastung kaum spürbar

Trotz gesetzlicher Zuschüsse bleibt die finanzielle Belastung für viele Betroffene hoch. Die Entwicklung zeigt, dass selbst mit Pflegekassenzahlungen der Eigenanteil für Heimbewohner weiter steigt. Ohne strukturelle Veränderungen wird sich diese Tendenz fortsetzen.

Quelle: NDR, www.globewings.net/de