Dienstag, 19 August 2025 13:49

Prozess gegen Christina Block in Hamburg

Kinderentführung vor dem Landgericht Hamburg Kinderentführung vor dem Landgericht Hamburg Pexels/ Foto illustrativ

Am Hamburger Landgericht läuft der fünfte Verhandlungstag im Verfahren um die Entführung der beiden Kinder von Christina Block aus Dänemark. Die 52-Jährige wird weiter befragt.

Inhaltsverzeichnis:

Aussagen von Christina Block zu den Tagen nach der Entführung

Christina Block erklärte, sie habe erst einige Tage nach der Tat von möglichen Gewalttaten erfahren. Sowohl ihr Sohn als auch ihre Tochter berichteten ihr nach der Silvesternacht 2023/2024 nichts von Gewalt. Sie selbst habe die Kinder bewusst nicht nach Details gefragt. Ihr Ziel sei es gewesen, ihnen Ruhe zu geben.

Vier Tage nach der Entführung ordnete das Oberlandesgericht die Rückkehr der Kinder zum Vater in Dänemark an. Erst danach habe Block aus den Medien erfahren, dass es bei der Entführung zu Übergriffen gekommen sein könnte. Sie schilderte, dass sie erschüttert gewesen sei, als sie von diesen Berichten hörte.

Gewaltvorwürfe in Dänemark und Baden-Württemberg

Nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft wechselten die Entführer nahe der Grenze die Fahrzeuge. Den Kindern sei dabei der Mund mit Klebeband verschlossen worden, die damals 13-jährige Tochter wurde zusätzlich an den Händen gefesselt. Mit einem Wohnmobil seien sie anschließend nach Baden-Württemberg gebracht worden.

Am 2. Januar 2024 kamen die Kinder gemeinsam mit ihrer Mutter nach Hamburg. Dort trafen sie erneut auf die Polizei. Eine zentrale Rolle soll ein ehemaliger israelischer Geheimdienstagent gespielt haben. Block erklärte während der Befragung eindeutig: „Er hat meine Kinder entführt.“

Planungen und hypothetische Überlegungen

Bereits am vorherigen Verhandlungstag hatte Block eine ausführliche Erklärung abgegeben. Darin wies sie die Anschuldigungen zurück, sie habe selbst die Entführung in Auftrag gegeben. Die Richterin begann eine detaillierte Befragung.

Block räumte ein, dass sie mit Beratern und Sicherheitsfirmen verschiedene Szenarien einer möglichen Rückholung ihrer Kinder besprochen habe. Dazu gehörte auch die hypothetische Idee einer Bootsfahrt über die Flensburger Förde zum Haus ihres Ex-Mannes in Süddänemark. Sie betonte mehrfach, dass es sich ausschließlich um theoretische Überlegungen gehandelt habe.

Rolle von Gerhard Delling und Mitangeklagten

Am Dienstag stand die Rolle ihres Lebensgefährten Gerhard Delling im Fokus. Der 66-jährige ehemalige Sportmoderator ist mitangeklagt. Ihm wird Beihilfe zur Tat vorgeworfen. Block sagte dazu, sie habe ihre Gedanken mit ihm geteilt.

  • Christina Block weist alle Vorwürfe zurück
  • Gerhard Delling bestreitet jede Schuld
  • Insgesamt stehen sieben Angeklagte vor Gericht

Sowohl Block als auch Delling und die weiteren fünf Angeklagten bestreiten eine Beteiligung an der Entführung. Die Verhandlung wird in den kommenden Tagen fortgesetzt.

Quelle: NDR, www.patizonet.com/de/