Ein neuartiges Bauprojekt
In Paunsdorf entsteht ein innovatives Wohnhochhaus. Es umfasst 18 Etagen und erreicht etwa 62 Meter Höhe. Das Erdgeschoss wird als klassische Stahlbetonkonstruktion ausgeführt. Ab dem ersten Obergeschoss dominiert Holz – tragende Elemente sind Brettsperrholzdecken und Holzstützen. Insgesamt sind 126 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen geplant. Die Wohnflächen sollen modernen Ansprüchen genügen und energiesparende Standards nutzen.
Das Gebäude nutzt eine holzbasierte sowie hybride Bauweise. Die unteren Stockwerke werden mit Buche-Stützen errichtet, in den oberen Etagen kommen Brettschichtholz-Elemente zum Einsatz. Diese Kombination sorgt für Stabilität und Leichtigkeit. Die Holzflächen bleiben sichtbar – ein bewusster Ausdruck der Nachhaltigkeitsstrategie in Leipzig.
Materialien und Technik
Der Einsatz lokaler Buche hat mehrere Vorteile. Holz speichert CO₂, die Herstellung verursacht deutlich weniger Emissionen als Stahl oder Beton. Darüber hinaus wachsen Buchen nachhaltig in der Region. Die Holzbauweise ist daher nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll – sie nutzt regionale Ressourcen und schafft Transparenz gegenüber Mietern und Besuchern.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Brandschutz. Betonierte Auskragungen dienen als Brandsperren und bieten Feuerwehrzugang. Die Konstruktion durchläuft ein Pilotverfahren. Damit sollen Ausnahmen von der üblichen Höhengrenze von 22 Metern auf Grundlage technischer Nachweise möglich werden.
Technische Prüfungen decken Statik, Brandverhalten und Feuchteschutz ab. Die verwendeten CLT-Elemente (Cross-Laminated Timber) gelten in Skandinavien und Österreich als bewährte Bauweise. Leipzig setzt nun auf diese Innovation auch für Hochbauten im urbanen Umfeld.
Warum Holz?
Holz gilt als klimafreundlicher Baustoff. Im Vergleich zu Beton und Stahl reduziert es CO₂–Emissionen während der Herstellung signifikant. In Sachsen fallen jährlich über eine Million Kubikmeter Schnitt-Holz an. Der Anteil von Holz-Hochbauten liegt derzeit bei rund drei Prozent. Das Holzhochhaus will dies ändern und als Leuchtturmprojekt dienen.
Für Mieter bedeutet das sichtbares Holz und ein angenehmes Raumklima. Holz reguliert Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf natürliche Weise. Auch die Lebenszykluskosten sind überschaubar, wenn man Recyclingfähigkeiten und Wiederverwertbarkeit berücksichtigt.
Standort Paunsdorf
Paunsdorf ist ein Stadtteil im Leipziger Osten mit rund 16.000 Einwohnern. Er ist geprägt von Plattenbauten und Wohnbebauung. Das Holzhochhaus entsteht nahe der Heiterblickallee, eingebettet in bestehende Quartiere und Grünflächen. Eine Verbindung zum sogenannten "Grünen Bogen" mit Speichersee und Spazierwegen soll geschaffen werden.
Die durchmischte Nachbarschaft mit Wohn- und Freizeitflächen sowie guter Verkehrsanbindung macht den Standort attraktiv. Das Hochhaus ergänzt das bestehende Wohnumfeld und belebt das Viertel.
Beteiligt und vernetzt
Träger des Projekts ist die Leipziger Wohnungsbaugenossenschaft Kontakt in Zusammenarbeit mit der Holzbau Kompetenz Sachsen GmbH und einem Planungsbüro aus Leipzig. Ziel ist es, ein nachhaltiges Pilotprojekt umzusetzen. Dabei werden technische Daten zu Statik, Brand- und Feuchteschutz gesammelt.
Im Umfeld überraschen weitere grüne Bauvorhaben. Der Projektentwickler BPD bietet verschiedene nachhaltige Wohnprojekte in Leipzig an. Mehr dazu findet man auf https://bpd-leipzig.de/. Auf https://bpd-leipzig.de/aktuell wird veranschaulicht, wie sich moderne Quartiere entwickeln und das Leben im Viertel verbessert wird.
Weitere Projekte wie modulare Holzhäuser in Lindenau oder Forschungsarbeiten zu "Carbon Concrete" zeigen Leipzigs klare Linie in Richtung nachhaltiges Bauen.
Bedeutung für die Region
Mit Deutschlands höchstem Holzgebäude setzt Leipzig Maßstäbe. Es könnte das zweitgrößte reine Holzhochhaus Europas nach dem Mjøsa-Turm in Norwegen werden. Ein breit:
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Signal an Investoren und Bauwirtschaft
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Vorbild für andere Städte in Deutschland
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Impuls für mehr Nutzung von Klimaholz
Die Kombination aus Holzbau, Technik und Wohnangebot ergänzt Leipzigs städtische Strategie für nachhaltige Quartiere. Potenzielle Erweiterungen reichen von Holzelementbauten für Schulen bis zu Holzparkhäusern oder Gehwegen.
Technische und rechtliche Aspekte
Das Projekt hat Hürden genommen:
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Erhöhte Anforderungen durch Pilotverfahren
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Detaillierte Nachweise für Brandbeständigkeit
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Sicherstellung von Statik und Feuchteschutz
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Anpassung der Bauprozesse an Holzelementbau
Die Genehmigungsbehörden liefern wichtige Begleitstrategien. Holzhochbau verbleibt in Deutschland bisher begrenzt, doch Leipzigs Pilot könnte ein Präzedenzfall sein.
Stadtentwicklung und Quartierswirkung
Für Paunsdorf bedeutet das Hochhaus:
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Aufwertung des Stadtteils
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Verbesserte Wohnangebote und Qualität
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Vermarktungsargument durch Innovation aus Holz
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Positive Außenwirkung für Leipzig
Höhere Nachfrage nach modernen Wohnungen kann lokale Wirtschaft und Infrastruktur stärken. Zugleich ergeben sich neue Freizeit- und Grünräume rund ums Gebäude.
Blick in die Zukunft
Das Hochhaus ist Teil eines großen Plans. Leipzig will Innovation mit Lebensqualität im Quartier verbinden. Die Verbindung von Holzbau, moderner Technik und städtischem Kontext zeigt frühe Trends.
Weitere Bauprojekte können folgen:
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Holzhäuser für Bildungseinrichtungen und kaum bebaute Flächen
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Holzkomponenten für urbane Infrastruktur
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Partnerschaften mit Hochschulen und Forschung für besseres Bauen
Wenn der Bau gelingt, werden dessen Ergebnisse in verschiedenen Bereichen Wirkung zeigen. Etwa durch Umweltwirkungen, Wohnqualität, Gewerbeansiedlung oder Baustandards. Leipzig rückt mit dem Projekt als Modellstadt für klimabewusstes Bauen ins Rampenlicht.
Holzhochhaus Leipzig beginnt 2026. Damit setzt die Stadt ein Zeichen: technisches Know‑how und Nachhaltigkeit passen zusammen. Das Projekt schafft einen Sprung in Richtung Zukunft und steht für Leipzigs Aufbruch ins nachhaltige Bauen.