Donnerstag, 20 März 2025 13:34

Hamburger Hygiene-Institut arbeitete jahrelang mit privater Firma zusammen

Hamburger Hygiene-Institut Hamburger Hygiene-Institut pixabay/Foto illustrativ

Die Zusammenarbeit des Hamburger Hygiene- und Umweltinstituts mit einer Privatfirma wirft Fragen auf. Eine Recherche hat ergeben, dass das Unternehmen von einem ehemaligen hochrangigen Mitarbeiter gegründet wurde und eng mit dem Institut verbunden war. Diese Kooperation blieb für Kunden lange Zeit undurchsichtig.

Inhaltsverzeichnis:

Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein erhielt Rechnungen von privater Firma

Ein bedeutender Auftraggeber des Hygiene-Instituts ist der Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein. Seit Jahren lässt die Institution ihr Leitungswasser im Hamburger Landeslabor auf Legionellen untersuchen. Doch erst durch Nachforschungen des NDR stellte sich heraus, dass die Rechnungen nicht vom Hygiene-Institut, sondern vom Hygienischen Versorgungszentrum (HVZ) kamen.

Das HVZ ist ein Unternehmen, das von einem ehemaligen ärztlichen Direktor des Hygiene-Instituts gegründet wurde. Bemerkenswert ist, dass die GmbH bis vor Kurzem dieselbe Adresse wie das städtische Hygiene-Institut hatte und auch eine Behördennummer nutzte. Diese enge Verbindung war vielen Kunden nicht bewusst.

Hohe Umsätze und fehlende Transparenz

Öffentlich einsehbare Geschäftsberichte zeigen, dass die GmbH schätzungsweise mehrere Hunderttausend Euro Umsatz gemacht hat. Die genauen Geschäftspraktiken bleiben jedoch unklar. Der Geschäftsführer der Firma wollte auf Anfragen des NDR keine Stellungnahme abgeben.

Die zuständige Umweltbehörde weist den Vorwurf zurück, dass die Zusammenarbeit zwischen dem Hygiene-Institut und dem HVZ problematisch gewesen sei. Dennoch wurde die Kooperation inzwischen beendet.

Linke kritisiert geschwärzte Vertragsdetails

Die Verträge zwischen dem Hygiene-Institut und dem HVZ sind nicht vollständig einsehbar. Wichtige Passagen wurden vor der Veröffentlichung von den Behörden geschwärzt. Der Linke Bürgerschaftsabgeordnete David Stoop hatte die Unterlagen angefordert und kritisiert das Geschäftsmodell scharf.

Stoop plant weitere Anfragen an den Senat, um die Hintergründe der Kooperation aufzuklären. Er fordert mehr Transparenz und eine vollständige Offenlegung der Vertragsinhalte.

Quelle: Tagesshau, www.extratimeout.com/de