Donnerstag, 03 April 2025 16:44

Tödliches Autorennen in Hamburg - Mordanklage

Illegales Autorennen in Hamburg-Billstedt Illegales Autorennen in Hamburg-Billstedt pixabay/Foto illustrativ

Ein illegales Autorennen in Hamburg-Billstedt endete im Mai 2023 tödlich für einen zweijährigen Jungen. Die beiden mutmaßlichen Raser müssen sich seit vergangener Woche vor dem Landgericht Hamburg verantworten.

Inhaltsverzeichnis:

Aussage des Mercedes-Fahrers

Ein Mercedes-Fahrer (25) hat die Vorwürfe inzwischen eingeräumt. Er und der zweite Angeklagte, der einen Tesla fuhr, hätten sich laut eigener Aussage zuvor in Hamburg-Wandsbek getroffen. Anlass war ein Drogengeschäft. Kurz darauf beschlossen sie, sich ein Rennen zu liefern.

Tesla-Fahrer provoziert auf dem Schiffbeker Weg

Beide Fahrzeuge standen nebeneinander an einer Ampel. Der Tesla-Fahrer soll laut Aussage die Musik aufgedreht und seinen Rivalen mit den Worten provoziert haben, sein Auto habe 750 PS und sei überlegen. Danach beschleunigten beide Fahrzeuge stark. Sie rasten mit nahezu 180 Kilometern pro Stunde durch das Wohngebiet in Richtung Billstedt.

Zusammenstoß mit Familienauto - Kind stirbt, Bruder schwer verletzt

Die Strecke war innerorts und durch Wohnbebauung geprägt. Laut Anklage verlor der Tesla-Fahrer die Kontrolle und wich plötzlich nach links aus. Der hinter ihm fahrende Mercedes-Fahrer konnte nicht mehr reagieren.

Der Mercedes prallte mit voller Wucht gegen ein Familienfahrzeug, in dem sich eine Mutter und ihre beiden zweijährigen Zwillingssöhne befanden. Einer der Jungen starb noch an der Unfallstelle, der andere erlitt schwere Verletzungen. Auch der Vater des getöteten Kindes trat im Prozess als Nebenkläger auf. Er erklärte, dass seine Familie durch das rücksichtlose Verhalten der beiden Männer zerstört worden sei.

Das Fahrzeug der Familie wurde bei dem Aufprall vollständig zerstört. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des einen Kindes feststellen. Die Mutter und der überlebende Sohn wurden ins Krankenhaus gebracht.

Aussage des Angeklagten bringt neue Details ans Licht

Der Mercedes-Fahrer räumte ein, bewusst an dem Rennen teilgenommen zu haben. Er beschrieb, wie plötzlich das Familienauto vor ihm auftauchte, wie eine Wand, in seinen Worten. Ein Ausweichen oder Abbremsen sei nicht mehr möglich gewesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft beiden Männern Mord aus niedrigen Beweggründen vor

Die Staatsanwaltschaft wirft beiden Männern Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Besonders schwer wiege, dass die Tat rein aus Spaß begangen wurde. Laut Gericht sei dabei billigend in Kauf genommen worden, dass Unbeteiligte zu Schaden kommen könnten.

Weitere Verhandlungstage geplant

Der Prozess ist auf insgesamt 22 Verhandlungstage angesetzt. Auch wenn es nicht zu einer Verurteilung wegen Mordes kommen sollte, drohen beiden Angeklagten langjährige Freiheitsstrafen.

Mögliche Strafen laut Strafgesetzbuch:

  • Illegales Rennen mit Todesfolge – bis zu 10 Jahre Haft
  • Fahrlässige Tötung – bis zu 5 Jahre Haft
  • Mord mit bedingtem Vorsatz – lebenslange Freiheitsstrafe

Die nächsten Prozesstage werden unter anderem Zeugenaussagen, Gutachten zur Geschwindigkeit sowie psychologische Bewertungen umfassen. Ein Urteil wird nicht vor Sommer 2025 erwartet.

Quelle: NDR, www.milekcorp.com/de/

Mehr in dieser Kategorie: « Hamburg beendet Winternotprogramm